Meet'n'Greet

Meet’n’Greet «Wer denkt hier eigentlich noch selbst»

Rückblick auf das Meet’n’Greet in Davos

In der zweiten Woche des Sommercampus26 in Davos drehte sich beim traditionsreichen «Meet’n’Greet» alles um die Zukunft unseres Denkens. Nach der offiziellen Eröffnungsfeier der ersten Woche setzte dieser zweite Auftaktevent auf ein dynamisches Talkformat: Moderatorin Jana Baumgartner begrüsste Hirncoach Maria Brasser und Yll Selimaj von SWISSDIDAC zu einer packenden Podiumsdiskussion.

Unter der zentralen Leitfrage «Wer denkt hier eigentlich noch selbst? Wie verändern Social Media und KI das Lernen?» tauchte das Trio in die Chancen und Gefahren der digitalen Transformation ein. Es war eine Talkrunde, die nahe am Schulalltag baute, wissenschaftliche Fakten lieferte und gleichzeitig verankerte Alltagsbezüge herstellte.

Zwischen Hirnforschung und Schulbuchpraxis

Maria Brasser beleuchtete die Entwicklungen aus der Sicht der Neurowissenschaften. Sie zeigte eindrücklich auf, was ein «Like» im jugendlichen Gehirn auslöst – nämlich kurzfristige Dopaminkicks, die das Belohnungssystem triggern und die Aufmerksamkeitsspanne stark fordern. Auf die Frage, ob Kinder heute das Konzentrieren verlernen oder ob wir die eigene Kindheit schlicht romantisieren, plädierte sie für einen geschärften Blick: Das Gehirn braucht Phasen des Leerlaufs. Langeweile ist kein Mangelzustand, sondern der Nährboden für Kreativität und tiefere Vernetzungsprozesse im Kopf. Als Wissenschaftlerin und Mutter gab sie zudem praktische Einblicke in ihren Familienalltag und die Regeln im Umgang mit Smartphones.

Yll Selimaj brachte die Perspektive der Bildungs- und Schulbuchbranche ein. Er blickte auf die enormen Veränderungen der letzten fünf Jahre zurück, die durch Digitalisierung und KI rasant beschleunigt wurden. Auch wenn digitale Tools neue Türen öffnen: Selimaj betonte die unersetzbaren Qualitäten klassischer Lehrmittel. Haptik, klare Fokussierung und die Reduktion von Ablenkungen bleiben wesentliche Stärken gedruckter Bücher. Aus seinen Gesprächen mit Lehrpersonen und Schulleitungen berichtete er von den realen Herausforderungen, vor denen die Schulen heute stehen – vom Smartphone-Management bis hin zum sinnvollen Einbau von KI.

Wertvolle Impulse und ein gemütlicher Ausklang

Zum Abschluss richtete Jana Baumgartner den Blick auf die ganz persönlichen Ratschläge: Was würden die Talkgäste ihrem eigenen 13-jährigen Ich für den Umgang mit Social Media mit auf den Weg geben? Und worüber werden wir in zehn Jahren vielleicht sagen: «Damals haben wir das völlig falsch eingeschätzt»? Die Antworten machten klar: Eltern und Lehrpersonen unterschätzen oft die subtile Dynamik von Social Media, doch Panik ist der falsche Ratgeber. Es braucht Begleitung, Medienkompetenz und Mut zur Lücke.

Nach der Talkrunde ging der Anlass nahtlos in den geselligen Teil über. Bei einem Apéro riche bot sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit, die angesprochenen Fragen im persönlichen Gespräch vertiefen. Für den passenden musikalischen Rahmen und eine rundum stimmige Atmosphäre sorgte DJ Fabian Reppel.

Ein rundum gelungener Abend, der den Sommercampus26 in Davos um wertvolle Impulse bereichert hat!

Gesprächspartner waren

Maria Brasser

Maria Brasser ist Gründerin und Geschäftsführerin von Hirncoach

Yll Selimaj

Yll Selimaj ist Geschäftsführer von INGOLD-BIWA AG

Moderation

Dr. Jana Baumgartner

Jama Baumgartner ist Geschäftsührerin von Schule und Weiterbildung Schweiz (swch)

Kooperationspartner

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Impressionen